Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

„Die Maske im Unterricht ist einfach nur schrecklich“, stöhnte kürzlich eine Lehrerin. „Ich verstehe die Kinder kaum.“ Ähnliche Situationen finden sich derzeit überall. Dabei wollen wir doch auch während der Pandemie miteinander im Gespräch bleiben. 

Wie wir andere Menschen ansprechen und wie wir ansprechbar sind, darum geht es in dieser Ausgabe der Zoé. Herausheben möchte ich die Auslegung von Christian Schramm in der Heftmitte. Er schaut sich unter diesem Aspekt die Erzählung aus Gen 3 an. Oft wird sie nur als Vertreibung aus dem Paradies bezeichnet. Dabei ist es die erste Stelle der Bibel, in der Gott den Menschen direkt anspricht. Und der entdeckt dadurch zum ersten Mal sein (schlechtes) Gewissen. 

Natürlich sorgen sich derzeit viele Menschen um die eigene Gesundheit bzw. um die ihrer Angehörigen. Sorge kann in Panik abgleiten. Vielleicht können wir den Begriff aber auch als Umsorgen verstehen. In wohlgemeinter Sorge tun wir anderen und uns selbst etwas Gutes. So kann sich im Vertrauen auf Gott bis Weihnachten vielleicht auch mehr Gelassenheit ausbreiten.

Und nun viel Freude beim Lesen!

Rainer Middelberg, Chefredakteur

 

Titelfoto: Andreas Kühlken

INHALTSVERZEICHNIS

Nr. 8 ANSPRECHEN

Titelthema

4
Willkommen in der Erwachsenenwelt

Lebensthemen zwischen Ausbildungsfragen – eine Religionslehrerin an berufsbildenden Schulen

11
Das „Du“ ist ein Angebot

Martin Bubers Axiom vom Du zum Ich

12
Menschenskinder – Ansprache unter anderen Umständen

Eine Hebamme über aufbauende Begleitung

16
Alle Macht dem Ich

Ferdinand von Schirachs Entscheidungsliteratur

18
Wo steckst Du?

Der Mensch im Paradies

9
Ich packe meine Schultasche

17
Glück gehabt // Dumm gelaufen

22
In der Stille entstehen mehr Bilder im Kopf

Erfahrungen einer Telefonseelsorgerin

24
22 Fragen an Erik Flügge

Der Kommunikationsberater und Wahlkampfprofi

28
Gottvertrauen trotz Armut

Eine Freiwilligendienstlerin berichtet

32 Auszeit // 34 Aufgelesen

leben mit anderen augen sehen? zoé lesen!